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Laborcontainer

Vom Gefahrstoff zum Wertstoff – Fraunhofer IBP eröffnet neues Labor für Gefahrstoffe und Kreislaufwirtschaft

Das Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP hat sein neues Labor für Gefahr- und Schadstoffe eröffnet – ein entscheidender Schritt hin zu sichereren Sanierungen und einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft im Bausektor. Ziel ist es, Baustoffe schneller zu analysieren, Risiken zu minimieren und wertvolle Ressourcen künftig wieder nutzbar zu machen.

Herausforderung Altbau – Chance für die Zukunft
Rund zwei Drittel der Gebäude in Deutschland wurden vor 1980 errichtet. Viele davon enthalten Materialien wie Asbest oder andere mittlerweile kritische Stoffe. Diese Altlasten bremsen die Sanierungswelle, treiben Kosten in die Höhe und gefährden die Gesundheit.
Das neue Gefahrstofflabor des Fraunhofer IBP bringt hier Bewegung ins System: Mit moderner Sensorik, innovativen Aufbereitungsverfahren und fundierter Forschung liefert es Lösungen, um Schadstoffe zu erkennen, zu neutralisieren und Baustoffe als Rohstoffe in den Stoffkreislauf zurückzuführen.

Forschungsschwerpunkte:
Schnelle Detektion: Neue Sensortechnologien identifizieren Asbest künftig direkt auf der Baustelle – flächendeckend, in Echtzeit und ohne aufwendige Probenwege. So lassen sich Risiken früher erkennen, Arbeitsprozesse beschleunigen und der Arbeitsschutz verbessern.
Recycling statt Deponie: Statt schadstoffbelastete Materialien einfach zu entsorgen, erforscht das Labor Verfahren zur sicheren Behandlung, Neutralisierung und Wiederverwendung mineralischer Rohstoffe. Damit rückt das Ziel einer echten Kreislaufwirtschaft im Bauwesen in greifbare Nähe.

Innovatives Laborcontainerkonzept – Sicherheit und Funktionalität vereint
Die Planung und Umsetzung des neuen Laborcontainers erfolgte in enger Zusammenarbeit zwischen der deconta GmbH und dem Fraunhofer IBP. Das Fraunhofer IBP definierte hierbei die Anforderungen an den Laborbetrieb unter Berücksichtigung der Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS 519) zur Bearbeitung asbesthaltiger Materialien im Rahmen weiterer Forschungsprojekte.

Das Konzept basiert auf Standardcontainergrößen und integriert umfassende technische Schutzmaßnahmen:

  • Personenschleusen mit Dusche zur sicheren Ein- und Ausschleusung, inklusive Warmwasser- und Abwasseraufbereitung mit Asbestfaserfilterung.
  • Gerichteter Luftstrom und Unterdrucksysteme im Laborraum zum Schutz vor Faserfreisetzung.
  • Sicherheitsarbeitsplatz (Safety Cabinet) auf Basis herkömmlicher Labordigestorien mit separater Luftreinigungseinheit.
  • Materialschleuse von außen zur kontaminationsfreien Probenbestückung ohne Unterbrechung der Forschungsarbeiten.
  • Natürliche und künstliche Beleuchtung, Klimaanlage zur Temperaturregelung und zusätzliche Fluchttür als Bestandteil des Havariekonzepts.

Alle Oberflächen im Container bestehen aus glatten, leicht zu reinigenden Materialien, um eine hygienische und sichere Arbeitsumgebung zu gewährleisten.
Darüber hinaus wurden ergonomische Details wie ein zusätzliches Handwaschbecken, Spiegel und Kleiderhaken eingeplant, um den Arbeitskomfort und die Abläufe im Labor zu verbessern.

Das Containergehäuse ist entsprechend der regionalen Wetterzone isoliert, sodass der Laborbetrieb ganzjährig gewährleistet bleibt – unabhängig von Temperatur- oder Witterungseinflüssen.
Abgerundet wird das Konzept durch die signalfarbene Außenbeschichtung, die das Labor deutlich kennzeichnet und zur Sicherheit beiträgt.

Damit entsteht ein mobiles, hochsicheres Labor, das höchste Anforderungen an Schutz, Funktionalität und Forschungsnutzen erfüllt – ein wichtiger Baustein für eine nachhaltige und sichere Kreislaufwirtschaft im Bauwesen.